Programm Dortmund Anreise Mitfahrbörse

    Tagungsprogramm: +++ Freitag +++ Samstag +++ Sonntag +++

    Soweit sich Änderungen im Programm ergeben, werden diese im folgenden mit NEU gekennzeichnet. Das aktuelle Tagungsprogramm kann zudem hier als Word-Datei heruntergeladen werden. Hinter blauen Titeln verbergen sich Links zu Literaturhinweisen. Diese finden Sie im übrigen auch unter Downloads.


    Freitag, 26. April 2002

    Auftakt

    15:00 Uhr Stadtrundgang/ Besuch der Zeche Zolern II/IV  
      Rundgang (ca. 1,5 h) durch die Dortmunder Innenstadt mit Schwerpunkt "Frauen in der Weimarer Republik und NS-Zeit".
    Treffpunkt: 15:00 Uhr am Brunnen auf dem Alten Markt.

    Besuch der Zeche Zollern
    Besichtigung des Westfälischen Industriemuseums Zeche Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen, Grubenweg 5, mit Führung durch die Zechenanlage (ca. 1,5 h ohne Grubenfahrt)
    Treffpunkte: 14:15 Uhr vor dem Hauptbahnhof oder 15:00 Uhr an der Zeche Zollern
    Anmeldung ist erforderlich. Der Unkostenbeitrag in Höhe von 5 Euro ist zusammen mit dem Tagungsbeitrag zu überweisen.
    17:00 Uhr Anmeldung im Tagungsbüro
     
      Eingangsbereich der Fachhochschule Dortmund, Sonnenstr. 100, 44139 Dortmund  
    17:00 - 18:00 Uhr Geschichte und Organisation des Feministischen Juristinnentags
     
      Einführungsgruppe - speziell für Erstbesucherinnen RAin Ulrike Breil, Dortmund; Prof. Dr. Sibylla Flügge, Frankfurt/Main, FH
    18:00 - 19:30 Uhr Abendessen
     
         
    ab 19:30 Uhr Begrüßung und Eröffnungsveranstaltung
     
      Frauen in Afghanistan zwischen Scharia und eigenen Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit Khaleda Niazi, Frankfurt/Main, Juristin und Dichterin
    bis 23:00 Uhr Sektempfang
     
      in der Fachhochschule  


    Samstag, 27. April 2002

    Es wird 4 Themenschwerpunkte des 28. Feministischen Juristinnentages geben, die sich in den Nachmittagsforen wiederfinden werden und zu denen am Vormittag lose angebunden Arbeitsgruppen angeboten werden, so dass es möglich ist, sich mit einer Thematik auf dem Juristinnentag intensiver zu beschäftigen.

    AG-Block I 9:15 – 10:45 Uhr  
    Nr. Titel Referentin
         
    1 Vorstellung der aktuellen Europäischen Antidiskriminierungs-Richtlinien und deren Umsetzungsstand in nationales Recht- eine Chance für die feministische Rechtsauslegung?
    Dr. Eva Högl, Referentin Bundesministerium Arbeit und Soziales,
    Berlin
         
    2 Lohn der Arbeit.
    Zum einen: Gesetzlicher Mindestlohn-überflüssig oder überfällig? - dieser Frage geht Gabriele Peter nach. In Deutschland gibt es im Gegensatz zu vielen anderen EU-Ländern keine Mindestlohngesetzgebung. Hier dürfen Löhne bis zur Sittenwidrigkeitsgrenze absinken, wenn kein Tarifvertrag Schutz bietet. Von diesem Erwerbsrisiko sind Frauen besonders betroffen. Grund genug den Mindestlohn gerade aus Frauensicht als ökonomische Absicherungsperspektive zu thematisieren.

    Zum anderen: Betriebliche Initiativen gegen Lohndiskriminierung von Frauen sind selten geworden, sie können aber sehr erfolgreich sein und sind für die betroffenen Frauen - im Vergleich zur juristischen Auseinandersetzung - sicher der leichtere Weg. Das soll am Beispiel Siemens/Witten gezeigt werden.
    Dr. Gabriele Peter, Hamburg, Juristin NGG/ Annette Schnoor, Bochum, ehemalige Betriebsratsvorsitzende von Siemens Witten
         
    3 Durchsetzung von Frauenstandpunkten im Planverfahren
    In dem Beitrag werden die verschiedenen Planungsebenen sowie Ansatzpunkte für frauenspezifische Planungen vorgestellt. Darüber hinaus werden Beispiele für gelungene Beteiligungsprojekte von Frauen an ihrer gebauten Umwelt gegeben.

    Literaturempfehlung:
    FreiRäume Heft 10; Stand und Perspektiven feministischer Planung; www.fopa-dortmund.de
    Doris Reich, Dortmund, Stadtplanerin, FoPA

         
    4 Rechtsschutzmöglichkeiten und Alternativen bei Übergriffen im Internet
    An einigen Beispielen sollen rechtliche und tatsächliche Möglichkeiten aufgezeigt werden, gegen das vorzugehen, was einer im Internet manchmal begegnet.
    NEU
    RAin Marion Ehmann, Düsseldorf
         
    5 Frauen auf der Flucht - rechtlos, schutzlos oder im Recht?
    Völkerrechtliche, europarechtliche und nationale Entwicklungen im Flüchtlings- und Asylrecht
    Dr. Anna Hochreuter, Bochum/ Berlin, Referentin im Auswärtigen Amt
         
    6 Behandlung häuslicher Gewalt in der familiengerichtlichen Praxis in den USA, ... ein Reisebericht.
    Die Referentin hat verschiedene US-amerikanische Familiengerichte besucht und an den Verhandlungen in Fällen häuslicher Gewalt teilgenommen. Sie berichtet über ihre Erfahrungen gerade auch vor dem Hintergrund des am 1.1./2.1.2002 in Kraft getretenen Gewaltschutzgesetzes.
    Sabine Heinke, Bremen, Richterin am Familiengericht
         
    7 Migrantinnen in der Sexarbeit
    Welche rechtlichen und tatsächlichen Bedingungen finden Migrantinnen vor, die in den EU-Staaten als Sexarbeiterinnen tätig sind? Mit dem Projekt "femmigration" (www.femmigration.de) soll Migrantinnen und Beratungsstellen eine Darstellung der Situation migrierter Sexarbeiterinnen in den verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten für Migrantinnen geboten werden. In der AG werden die Projektidee von "femmigration" und die Ergebnisse der ersten Projektphase vorgestellt und diskutiert.
    NEU
    Katharina Stasch; Veronica Munk, Hamburg, Amnesty for Women
         
    8 Zum Umgang mit dem Thema ‚sexueller Missbrauch' in der DDR-ein Werkstattbericht

    Ulrike Diedrich, Leipzig, Diplom-Psychologin
         
    9 Weiblichkeitsbilder in der NS-"Euthanasie" und in den Verarbeitungsprozessen der Nachkriegszeit

    Literaturempfehlung: Annette Kuhn, Der Antifeminismus als verborgene Theoriebasis des deutschen Faschismus, in: Frauen und Faschismus (hrg. Gerda Stuchlik, Pfaffenweiler 1988)
    Dr. jur. Barbara Degen, Bonn
         


    10:45 - 11:15 Uhr
    Kaffeepause


    AG-Block II 11:15 - 12:45 Uhr  
    Nr. Titel Referentin
         
    10 Teilzeitarbeit für Frauen Seit dem letzten Jahr existiert ein gesetzlicher Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit. Einerseits wird dadurch vielen Frauen ermöglicht, Erwerbsarbeit mit Familienarbeit zu vereinbaren, andererseits führt gerade Teilzeitarbeit oft in eine Karriere-Sackgasse. In der AG wird die praktische Umsetzung des Gesetzes aber auch eine gesellschaftspolitische Einordnung in andere Arbeitszeitflexibilisierungsmodelle besprochen werden.
    Heike Schneppendahl, Erfurt, Rechtsanwältin
         
    11 Juristische Wege Frauenideen im Rahmen der Bauordnung/ -planung zu verfolgen
    Dr. Marie-Luis Wallraven-Lindl, München, Verwaltungsjuristin
         
    12 Rechtsanwältinnen in den Versorgungswerken
    Erika Jansen, Duisburg, Rechtsanwältin
         
    13 Traumakonzepte in der Praxis zwischen den Kulturen
    Frauen zwischen Kulturen und Welten von unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten zu intrapsychischen Veränderungen. Kreative Konfliktlösungen von Frauen in den Lebenskonflikten und / oder zwischen Erleben und tradierten Werten.
    Literaturempfehlung:
    Judith Herman "Die Narben der Gewalt"
    Dipl. Psych. Gabriele Krämer, Dortmund. und ehemals Tuzla, psychotherapeutische Psychologin
         
    14 Staatsanwaltschaft und Nebenklage in Menschenhandelsverfahren - Wo bleiben die Lebensvorstellungen gehandelter Frauen?
    Beide Referentinnen müssen sich aus jeweils ihrer Perspektive diese Frage stellen und berichten über ihre Umgehensweisen damit.
    Silke Studzinsky, Berlin, Rechtsanwältin/Petra Christina Leister, Berlin, Staatsanwältin
         
    15 Gewalt gegen Frauen als Gegenstand internationaler Kampagnen und internationaler Zusammenarbeit
    Immer mehr Juristinnen engagieren sich im Zusammenhang mit dem Thema Gewalt gegen Frauen auf europäischer oder internationaler Ebene. In der AG soll die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen solchen Engagements gestellt und diskutiert werden
    Prof. Dr. Dagmar Oberlies, Frankfurt/Main, FH
         
    16 Eheverträge - ein kreatives Mittel in unserer Hand ?
    Kurze Einführung zu alternativen Gestaltungsmöglichkeiten von Eheverträgen im Gegensatz zur gängigen Methode aus Männersicht. Diskussion und Erarbeitung von Inhalten und Strategien bei der Beratung im Interesse von Frauen, die heiraten wollen oder schon verheiratet sind.
    Harriet Hoffmann-Baasen, Berlin, Rechtsanwältin und Notarin
         
    17 Eingetragene Lebenspartnerschaft
    Durch das Gesetz zur eingetragenen Lebenspartnerschaft erweitert sich das Arbeitsspektrum der im Familienrecht tätigen Anwältinnen. In dem Vortrag werden die verabschiedeten Regelungen dargestellt. In der Diskussion sollen die bisher gesammelten Erfahrungen ausgetauscht werden.
    Literaturempfehlung:
    Aufsätze von Schwab, Büttner, Löhnig in der FamRZ 2001, von Burhoff in ZAP
    Michaela Verweyen, Köln, Rechtsanwältin
         


    Parallel zu einem Arbeitsgruppenblock am Vormittag wird ein Angebot ab 11:15 Uhr zu Bewegung und Tanz stattfinden.
    In einem erfrischenden warm-up für Körper und Geist werden wir uns dehnen, kräftigen, alle Körperglieder sowie die rechte und linke Gehirnhälfte in Schwung bringen. Durch einige Kreistänze werden die eigene Lebenskraft sowie ein gemeinsames Fort-bewegen spürbar und erlebbar.

    Gabriela Jüttner, Bochum
    (Dipl.-Tanzpädagogin)

    12:45 - 14:00 Uhr
    Mittagspause

    Foren
    14:00 - 16:00 Uhr
    Podiumsbeiträge oder Vorträge mit Diskussion

    Forum I: Was halten wir vom Antidiskriminierungsrecht?
      Antidiskriminierungsrecht, Anpassung der Frauen an den weißen, gesunden, heterosexuellen Mittelstandsmann - oder multidimensionales Gleichheitsrecht?

    Literaturempfehlung:
    Herta Nagl-Docekal / Herlinde Pauer-Studer (Hrg.)Politische Therorie, Differenz und Lebensqualität, Suhrkamp 1996 (insbes. S. 9-53 u. 223-250); Bell Hooks: Sehnsucht und Widerstand. Kultur, Ethnie, Geschlecht. Orlanda Frauenverlag 1996 (insbes. 1. und 11. Kapitel); Ingrid Buchfeld / Bettina Schmitz: La femme n'existe pas! in: Materialienband 18, Frankfurter Frauenschule (Hrg.), Helmer Verlag 1997 (S. 9-34); Hannah Arendt: Little Rock, in: dies. In der Gegenwart. Übungen im politischen Denken II, Piper Verlag 2000; Dagmar Schiek,-differenzierte Gerechtigkeit-Diskriminierungsschutz im Vertragsrecht, 2000, S. 18-65
    Prof. Dr. Dagmar Schiek, Bremen, Universität Oldenburg/ Dr. Bettina Schmitz, Philosophin, Würzburg



    Forum II: Frauen im öffentlichen Raum
      Stellen Frauen bei Aktivitäten im öffentlichen Raum eigene, am Frauenleben orientierte Konzepte vor? Es wird aus unterschiedlichen Erfahrungsfeldern in den Kommunen, aus der Stadt-Landplanung, aber auch aus Forschung und Erziehung berichtet. Verschiedene Konzepte, mit den zahlreichen Hindernissen umzugehen, sollen dargestellt und diskutiert werden.

    NEU
    Brigitte Lück, Bremische Zentralstelle für die Gleichstellung der Frau/ Marion Birnfeld, Düsseldorf, Verwaltungsjuristin und ehem. Frauenbeauftragte / Dr. Ute Wedel, Germanistin, Sonderpädagogin, ehem. Frauenbeauftragte der Uni Dortmund, Velbert-Neviges



    Forum III: Frauen bewegen sich zwischen den Kulturen und Welten
      Verändert sich das Selbstverständnis von Frauen , wenn "Gewalt gegen Frauen" international als Menschenrechtsverletzung/ Kriegsverbrechen diskutiert, strafrechtlich verfolgt und schließlich als Vorwand zur Legitimation für politische Interventionen genutzt wird?

    Es wird um die Entwicklung in der Anklagepraxis in Den Haag bei sexueller Gewalt als Kriegsverbrechen gehen und das Verhältnis der Zeuginnen dazu, Theorie und Praxis der Menschenrechtsverbrechen an Frauen in der Türkei/ Kurdistan, sowie die Auswirkungen auf die Frauen als Zeuginnen im Exil und die Lage der aus Afghanistan wegen geschlechtsspezifischer Verfolgung geflüchteter Frauen und ihre (derzeit nur schwachen) Perspektiven nach offizieller Anerkennung ihres Schicksals trotz internationaler "Anteilnahme".
    Patricia Viseur-Sellers, Beraterin für Geschlechterfragen bei der Anklagebehörde des ICTY, Den Haag/ Jutta Hermanns, Assessorin, Frauenrechtsbüro gegen sexuelle Folter, Berlin/ Veronika Arendt-Rojahn, Berlin, Rechtsanwältin



    Forum IV: Rechtsforderungen für Frauen - zwischen Schutzsuche und Befreiungsdrang
      Frau als Opfer - Wo bleibt die Subjektqualität der Frauen im modernen Recht?

    Literaturempfehlung:
    Judith Butler; Das Subjekt der Unterwerfung, Edition Suhrkamp, S. 603/2001
    Jutta Bahr-Jendges, Bremen, Rechtsanwältin und Notarin/ Julia Zinsmeister, Kassel, Juristin


    16:00 - 16:30Uhr
    Kaffeepause

    Zukunftswerkstatt I
      16:30 - 17:30 Uhr

    Bessere Netzwerke unter uns feministischen Juristinnen!

    Um dies zu erreichen, wollen wir die Initiative für die Gründung neuer Arbeitsgruppen, die auch zwischen den feministischen Juristinnentagen arbeiten und Kontakt miteinander haben, anregen.

    Insbesondere zu folgenden Themen:
    - Paradigmenwechsel in der Sicht auf Frau und Mann beim Gewaltschutz und bei Stalking/Belästigungen
    - Sexualstrafrecht
    - ZPO-Reform und Auswirkungen auf Rechtspositionen von Frauen
    Ulrike Spangenberg, Anne Mayer, Sabine Heinke, werden die Vernetzungsidee vorstellen


    Zukunftswerkstatt II
      17:30 - 19:00 Uhr

    Vorstellung von bereits arbeitenden Gruppen zwischen den Juristinnentagen

    1) "Ist mit Frauen Staat zu machen?"
    Öffentliche Diskussion der Arbeitsgruppe "Feministische Rechtstheorie aus Bochum des Feministischen Rechtsinstitutes" c/o Malin Bode

    2) "D(i)eKonstruktion des Feministischen Juristinnentages"
    Es soll gemeinsam versucht werden, dem Selbstverständnis des FJT nachzugehen. Welche Erwartungen haben wir an den FJT? Wen grenzen wir wie aus und warum?(öffentliche Diskussion der Gruppe Feministischer Lesekreis aus Leipzig c/o Susette Jörk) Näheres dazu.
     


    Kulturprogramm und Buffett

    Ab 19:30 Uhr
    Kulturprogramm im Freizeitzentrum-West (FZW)

    Neuer Graben 167
    44137 Dortmund

    Abendbuffett und danach

    A-Capella- Sängerin "Schallusie"
    Clownin Pellegrini

    Disco


    Sonntag, 28.04.2001

    Arbeitsgruppen
    9:30 - 11:00 Uhr
    01 Austausch-AG Rechtsanwältinnen in Asylverfahren
    02 Austausch-AG Rechtsanwältinnen in Familiengerichtsverfahren
    03 Austausch-AG Juristinnen in der Ausbildung
    04 Austausch-AG Strafverteidigerinnen
      Vorbereitungsgruppe für das Abschlußplenum
    Initiativgruppe für den Feministischen Juristinnentag im Jahr 2003

    >11:30 - 11:45 Uhr

    Im Foyer Vorstellung von Frauenprojekten aus dem Ruhrgebiet


    Abschlußplenum: 11:45 - 14:00 Uhr
    Beim Abschlußplenum gibt es kurze Berichte aus den AGs und Foren, werden die angekündigten Resolutionen diskutiert und beschlossen. Dann werden wir - was besonders wichtig ist - Pläne für das nächste Jahr gemacht: Wo wird der nächste Feministische Juristinnentag stattfinden, wer wird die inhaltliche Vorbereitung übernehmen?


    14:30 Uhr
    Pressekonferenz mit Abschlusserklärung

    Danach gibt es für die ganz Unermüdlichen noch Tips zur Erkundung des Ruhrgebiets (z.B. Bergbaumuseum in Bochum/ Folkwangmuseum in Essen/ eine Hafenrundfahrt in Duisburg).