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    p-Punkt Tagungsprogramm: *** Freitag - Samstag - Sonntag ***

    Tagungsprogramm

    Freitag, 12. Mai 2000

    Stadtführung 15.30 Uhr
    wahlweise Frauenstadtrundgang oder Stadtbesichtigung per Boot auf Leipziger Kanälen, Anmeldung ist erforderlich, Unkostenbeitrag 15,--DM. (Treff: Hörsaalgebäude / Tagungsbüro)

    Empfang ab 17.00 Uhr, im Foyer im Hörsaalgebäude der Universität

    Begrüßung / Grußworte 19.30 Uhr (Treff: Hörsaalgebäude)

    Eröffnungsvortrag: "Entstehung und Entwicklung nichtstaatlicher Frauengruppen in der DDR - Ursachen des Zerfalls und Perspektiven" (Dipl. Ing.Samirah Kenawi)

    Treffpunkte in Leipzigs Innenstadt:


    Rosa Linde, Lindenauer Markt 21 oder
    Frauenkultur in Leipzig, Windscheidstr.51 oder
    Kulturcafé Alte Nikolaischule, Nikolaikirchhof 2


    Samstag, 13. Mai 2000

    AG-Block I 9.00 – 10.30 Uhr  
    Nr. Titel Referentin
         
    1 Kein Versorgungsausgleich für DDR-Geschiedene

    In der DDR gab es bei Scheidung keinen Versorgungsausgleich, er wurde in den neuen Bundesländern erst 1992 eingeführt. Es gibt hier etwa 400.000 bis 600.000 geschiedene Frauen, die wegen ihrer familiären Situation keine ausreichenden eigenen Rentenansprüche erwirtschaften konnten und jetzt an oder unter der Armutsgrenze leben.

    Literatur: Bürgel/Klattenhof: "Zur rentenrechtlichen Stellung vor 1992 geschiedener Frauen in den neuen Bundesländern", FuR Nr. 3/1993
    neu-Grafik Thesenpapier unter Downloads
    Christel Trinius, Typografin, Leipzig
    Sabine Heinke, Ri AG, Bremen
         
    2 Gleichberechtigung und Arbeitsrecht in Europa

    Ein Überblick über die Rechtsprechung des EuGH und deren Auswirkung auf das deutsche Arbeitsrecht (® Studentinnen)
    neu-Grafik Thesenpapier unter Downloads
    Pelin Ögüt, wiss. MAin, Uni Bremen
         
    3 Sexuelle Folter in der Türkei und Kurdistan

    Strafverfolgung staatlicher Täter, Probleme von und Hilfe für geflohene Opfer (u.a. Vorstellung des Istanbuler Projektes "Juristische Hilfe für sexuell gefolterte Frauen") (® RAinnen, Richterinnen / Asylbereich)
    Jutta Hermanns, Assessorin, Berlin
         
    4

    Zivile Konfliktbewältigung

    entfällt
         
    5 Die heilige Dreifaltigkeit: unmittelbare, mittelbare und strukturelle Diskriminierung

    Darstellung und Diskussion auf der Grundlage der Ergebnisse des Forschungsprojektes "Rechtliche Hindernisse auf dem Weg zur Gleichberechtigung der Frauen" – Diskriminierungstatbestände in der BRD und anderen europ. Staaten, Methoden und Probleme der Projektdurchführung, aktuelle Rechtslage in der BRD, künftiger Handlungsbedarf in Praxis und Forschung
    Dr. LLM Konstanze Plett, wiss. Referentin
    Britta Haltermann, RAin, beide Bremen
         
    6 "Und was machst Du? – Ich studiere Jura – Das hätte ich ja NIE gedacht!"

    Dir kommt dieser Gesprächsfetzen durchaus bekannt vor? Wieweit beeinflußt das Studium das eigene Denken und Handeln trotz eines feministischen Ansatzes?
    (® Diskussionsangebot für Studentinnen)
    BA Sabine Ambros, Regensburg
         
    7 Mit Kind und Kegel – Lesben und die Reproduktions- und Gentechnologien

    Mit Blick auf die Diskussionen der 80er Jahre soll der aktuelle Trend von Lesben, sich ein Kind (auch) mittels des reproduktionstechnologischen Angebots zu verschaffen, auf politischer Ebene hinterfragt werden
    Rita Kronauer, Frauenarchiv ausZeiten, Bochum
         
    8 Intersexuelle, Geschlecht und Eugenik: Zur unheilvollen Kooperation zwischen Medizin und Justiz

    Von Intersexuellen wird heute sowohl eine Emanzipation der Justiz von der Medizin gefordert als auch in der Konsequenz die Streichung der Begrifflichkeit "Geschlecht"
    Internetlink: Arbeitsgruppe gegen Gewalt in der Pädiatrie und Gynäkologie neu-GrafikThesenpapier unter Downloads
    Michel Reiter, Bremen
         
    9 Frauen als Erblasserinnen und Stifterinnen

    Feministische Rechtspolitik beschäftigt sich meist mit Armut, die bekanntlich weiblich ist. Was aber hat sie den Frauen zu bieten, die ihr kleines oder großes Vermögen nicht nur innerhalb der Familie weitergeben wollen? Eine Kultur des Förderns und Stiftens zugunsten von Frauenprojekten zu fördern und über geeignete Wege zu informieren ist Sinn dieser AG
    Susanne Pötz-Neuburger,RAin, Hamburg
         
    10 Reform der Familienbesteuerung

    Zusammenfassende Erläuterung der jüngsten Reformen, Vorstellung und Interpretation, deren verfassungsrechtliche Grundlagen, Stand der Diskussion in Wissenschaft und Politik
    entfällt
         
    11 Erfahrungen mit der Wende bei der Umstellung von Ost- auf Westrecht Dr. Tatjana Ansbach
         
    AG-Block II
    11.00 - 12.30 Uhr
     
         
    12

    Güterrecht im europäischen Vergleich

    Prof. Dr. Katharina Boele-Woelki, Utrecht
         
    13 Alterssicherung und Geschlechterregimes im europäischen Vergleich

    Beispiele: Frankreich (das berufsorientierte Familienmodell), Schweden (das Gleichstellungsmodell), Deutschland (das Ein-Ernährer-Modell)
    (® Studentinnen)
    neu-Grafik Thesenpapiere unter Downloads
    Dr. phil. Mechthild Veil, Frankfurt/Main
         
    14

    Frauenrechte in Europa – Neue Impulse durch den EU-Menschenrechtsbericht und die geplante EU-Grundrechts-Charta?

    Stand und Entwicklung der Menschenrechtsdiskussion auf europäischer Ebene werden unter Berücksichtigung frauenspezifischer Aspekte dargestellt, u.a. Anerkennung geschlechtsspezifischer Asylgründe im europäischen Kontext

    Inge Gerstberger, Referentin (Bundestag), Bonn/Berlin
         
    15 Trabajo? Si pero con dignidad! Arbeit? JA, aber mit Würde!

    Dies kennzeichnet den Standpunkt vieler zentralamerikanischer Frauen(-organisationen) zu der Existenz von Maquilas und freien Exportzonen, Codes of Ethic, "saubere Kleidung". Kampagnen als Politikform einer verantwortungsvollen Zivilgesellschaft in Zeiten der neoliberalen Globalisierung – ein möglicher feministischer (juristischer) Umgang?
    Viola Bölscher, Guatemala
         
    16 (Anti-)Feminismus von Studium bis Wissenschaft?!

    Feministische Rechtskritik konzentrierte sich auf die Ausgrenzung von Frauen – Ausgrenzung geht aber nicht nur von den "Anderen" aus, sondern sie funktioniert auch unter- und gegeneinander. Also – müssen wir Ausgrenzung neu denken? Wie gehen wir Juristinnen mit unseren Privilegien um? Wo steht der Feminismus? Und ist feministische Rechtswissenschaft ein Weg, um weiter zu kommen?
    (® Studentinnen und Lehrende)
    Dr. Susanne Baer, HU Berlin, LL.M.
         
    17 Gesund durch Rot-Grün?

    Die Gesundheitsreform 2000 und ihre Auswirkungen auf Frauen – der aktuelle Stand und Möglichkeit von Alternativen aus feministischer Sicht
    neu-Grafik Thesenpapier unter Downloads
    Sonja Mühlenbruch, Corinna Grühn, beide Bremen
         
    18 Ehe light für Lesben- Bonbon oder Seifenblase?

    In dieser AG werden die neusten Entwürfe, insbesondere der Gesetzentwurf zur eingetragenen Partnerschaft, vorgestellt und auf ihre praktische Relevanz geprüft.

    Literatur: Rohentwurf des Gesetzes auf Homepage LSVD
    Internetlink: www.lsvd.de/recht/
    Irene Schmitt, RAin, München / Michaela Verweyen, RAin, Köln
         
    19 Das neue VerbraucherInnen-Insolvenzrecht

    Literatur: Messner, O. und Hofmann, K., "Endlich schuldenfrei – der Weg in die Restschuldbefreiung" dtv-Beck, 1998
    Karin Bartsch, Bremen
         
    20 Der Täter-Opfer-Ausgleich – Theorie und Praxis einer Glaubensrichtung

    Darstellung und Bewertung der aktuellen Gesetzeslage und Rechtsprechung, der Diskussion um fachliche Standards und des TOA in gewaltbelasteten Beziehungen

    Internetlink: www.toa-servicebuero.de (Stichwort: Standards)
    Prof. Dr. Dagmar Oberlies, Frankfurt/M.
         
    21 Internet zwischen Zensur und Meinungsfreiheit – was darf, kann und soll?

    Unerwünschte Inhalte im Netz – Wer definiert sie? Was kann unerwünscht sein? Welche Lösungsansätze aus juristischer und praktischer Sicht gibt es? Und wie gehen wir als Feministinnen mit dem Problem um? (Internet-Grundkenntnisse erwünscht)

    Internetlinks: www.fitug.de (Stichworte: (Selbst-)Kontrolle, Zensur o.ä.);
    Feminists Against Censorship www.fiawol.demon.co.ck/FACI;
    Electronic Frontier Foundation www.eff.org
    Mediendienstestaatsvertrag www.iid.de/iukdg/mdstv.html
    Text des § 5 Teledienstegesetz www.online-recht.de/vorges.html
    Marion Ehmann, RAin, Düsseldorf
         
    22 Prekäre Beschäftigungsverhältnisse Gisela Ludewig, RAin, Berlin
         
    22 a Umsetzung der Frauenrechte im Bereich des Arbeits-, Familien- und Mietrechts in Russland Ljudmilla Jachontowa (Genderinstitut St. Petersburg)
         

    Mittagspause 12.30 - 14.00 Uhr


    Foren 14.00 - 16.45 Uhr
    Podiumsbeiträge oder Vorträge mit Diskussion / Pause nach Festlegung der Teilnehmerinnen

    Forum I: Frauenrechte und Globalisierung
     
    Frauenpolitik auf internationaler Ebene

    - Vorstellung des CEDAW-Abkommens ("Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau") und dessen Verwaltung – Thesen zur Frauenpolitik auf internationaler Ebene

    Literatur: Text des Abkommens in BGBl. 1985 II, 648
    Internetlinks: www.un.org; www.unhchr.ch/tbs/doc.nsf
    Dr. Anna Hochreuter, Juristin im Auswärtigen Amt, Bochum
     
    Globalisierung als Chance internationaler Frauenpolitik?

    So wenig wie die Globalisierung ein eindimensionaler Prozeß ist und die Frauen dieser Welt eine einheitliche Interessengruppe sind, so wenig gibt es auf diese Frage eine einfache Antwort. Ausloten läßt sich aber wohl, unter welchen Bedingungen Globalisierung welche Chancen und welche Risiken für wen mit sich bringt.

    Literatur: Wichterich, Christa :" Die globalisierte Frau", Reinbek 1998
    Internetlinks: www.glow-boell.de
    Dr. Uta Ruppert, Uni Gießen



    Forum II: Frauenhandel in Europa
     

    Probleme der Nebenklagevertretung

    Claudia Burgsmüller, RAin, Wiesbaden
     
    Das Hamburger Modell
    Katja Habermann, RAin, Hamburg
     
    Erfahrungen der NGO´s in Prag und Warschau

    Bärbel Butterweck, Potsdam
      Zahlreiche Frauen aus osteuropäischen Staaten arbeiten seit Öffnung der Grenzen in der BRD als Prostituierte - ergreifen sie eine Chance oder sind sie Opfer von Gewalt? Was ist zu tun?

    Literatur: Dokumentation "Europäische Strategien zur Prävention und Bekämpfung des Frauenhandels" Senat Berlin 1999 (® RAinnen, NGO’s)
     



    Forum III: Frauenförderung in der Privatwirtschaft
     
    Geplantes Gleichstellungsgesetz in der Privatwirtschaft – von der Schwierigkeit, Utopien zu regeln

    Wohin geht der Trend? Wieviel Regelung ist notwendig, brauchbar und durchsetzbar? Unterschiedliche Akzeptanz in Ost und West?

    Literatur: "Erfolgreich in die Chefetagen – Anforderungen an ein Gleichberechtigungsgesetz für die Privatwirtschaft", Hrsg. Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin 1999
    Dr. Barbara Degen, Bonn
     
    Frauenfördermaßnahmen

    Erfahrungen aus Sachsen-Anhalt, insbesondere mit der Koppelung öffentlicher Aufträge an Frauenförderung (® Juristinnen im öff. Dienst bzw. Unternehmensführungen)
    Elke Plöger, Staatssekretärin a.D.


    Doppel-AGs
    Doppel-AG I: Frauen als Täterinnen
      14.00 - 15.15 Uhr  
    23 Mandantin - Täterin – Gegnerin

    Wenn die eigene Mandantin (auch) Täterin körperlicher oder sexueller Gewalt ist, wenn die Nebenklageanwältin mit einer Täterin auf der Anklagebank konfrontiert ist, wenn die Grenzen zwischen Opfer und Täterin sich auflösen – was löst das bei uns aus und wie können wir professionell damit umgehen?
    Jutta Lossen, RAin, Bonn
      15.30 - 16.45 Uhr  
    24 Frauen als Täterinnen rassistischer Gewalt

    Verdrängung, Vermeidung, Dekontextualisierung, Trivialisierung, Schuldgefühle, Nutznießung, Ausgrenzung, Verstrickungen im beruflichen Alltag?! Sensibilisierung für rassistische Einstellungen und Verhaltensweisen

    Literatur: Hooks, Bell: "Black Looks"; Rommelspacher, Birgit: "Dominanzkultur"; Uremovic, Olga (Hrsg.): "Frauen zwischen Grenzen" (® RAinnen)
    Brigitte Hausinger, Dipl.-Supervisorin, Dipl.-Sozialpädagogin, Regensburg


    Doppel-AG II: Freiheit
      14.00 - 15.15 Uhr  
    25 Neostrukturalistisch-feministische Gedanken zum Streit um das Kopftuch – Praktische Erprobung einer Theorie

    Die Frage, in welchen Situationen muslimische Frauen unsanktioniert in der Öffentlichkeit ein Kopftuch tragen dürfen, ist Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Die neostrukturalistische-feministische Rechtstheorie untersucht die symbolische Ordnung unserer Gesellschaft und liefert Analysekriterien, die in der Kopftuchdiskussion eine Stellungnahme außerhalb der pauschalen Antworten "Sie darf" oder "Sie darf nicht" ermöglichen.
    Dr. Imke Sommer, Bremen
      15.30 - 16.45 Uhr  
    26 Freiheit, die wir meinen

    Frei von welchen Zwängen? Wie wichtig ist Freiheit für uns? Wie sieht heute FrauenFreiheit aus? Wie könnte sie künftig aussehen?
    Malin Bode, RAin, Bochum


    Geschichtswerkstatt
      14.00 - 15.15 Uhr  
      Erfahrungsberichte Ost: Juristinnen in der DDR und nach der Wende Bettina Meinhard, RAin, Leipzig / Bettina Leetz, Richterin AG, Potsdam
      15.30 - 16.45 Uhr  
      Erfahrungsberichte West: Juristinnen in der BRD von der Studentenbewegung bis zum Feministischen Juristinnentag Susanne Pötz-Neuburger, RAin, Hamburg / Alexandra Goy, RAin, Berlin
         


    Plenum: 17.00 - 18.30 Uhr

    "Generationenkonflikt? Gegenseitige Erwartungen auf dem Feministischen Juristinnentag"

    Mütter-Töchter-Konflikt, Gönnen können, Konkurrenz zwischen Frauen, Verbotene Terrains, erlaubte Privatheit, Dogmatismus versus Beliebigkeit; Oder was ist eine Feministin?

    Kulturabendprogramm: ab 19.00 Uhr

    Abendbuffet und musikalisches Kabarett mit Caspar & Bianca
    in der Moritzbastei


    Sonntag, 14. Mai 2000

    Austausch-AGs / Stellwände: 9.30 - 10.30 Uhr
    Austausch-AG Studentinnen
    Austausch-AG Frauen in Institutionen
    Austausch-AG Rechtsanwältinnen
    Austausch-AG Lehrende
    Austausch-AG Frauen in der Wirtschaft
    Sonder-AG Vernetzungsstrategien insbesondere Internet, der Feministische Juristinnentag im Internet, wollen wir das und wie?

    Pause: 10.30 - 10.45 Uhr

    Abschlußplenum: 10.45 Uhr - 12.30 Uhr